10 Fragen zum Problem:

 Was ist die gemeinsame Weltverantwortung der Religionen?

(Antworten von H. Felzmann,  H. Betsch, „Zauberweib“, „Thor“ und andere, mein erster Kommentar)

 

 

> 1. Was ist die gemeinsame Weltverantwortung der Religionen?

> 2. Was wäre der erste Schritt zur gemeinsamen Weltverantwortung der

> Religionen?

> 3. Kann es überhaupt eine gemeinsame Weltverantwortung geben oder sollten

> sich die Religionen aus den politischen, gesellschaftlichen, kulturellen

> Fragen der Welt heraushalten?

> 4.Ist der Glaube im Hinblick auf den Weltfrieden ein Störfaktor?

> 5. Was könnte die Religionen Islam, Judentum und Christentum einander

> näherbringen?

> 6. Was wird bzw. wurde von Ihrer Religion zur gemeinsamen Weltverantwortung

> beigetragen?

> 7. Gibt es Ihrer Meinung nach Religionen die negativ zur Weltverantwortung

> beitragen?

> 8. Welche Religion hat Ihrer Meinung nach am meisten zur gemeinsamen

> Weltverantwortung beigetragen?

> 9. Wie religiös sind die Religionen, wenn sie gegeneinander kämpfen? Und

> warum kämpfen/kämpften Religionen gegeneinander, anstatt sich zu vereinigen?

> 10. Wäre eine Lösung für die Probleme dieser Welt (Religionskriege,

> Terrorismus...) die Abschaffung der Religionen?

> 

>  

> Vielen Dank!

>

 Dr. Helmut Felzmann, antwortet:

Zu Ihren Fragen:

 

> 1. Was ist die gemeinsame Weltverantwortung der Religionen?

1.) Religionen haben keine Verantwortung, nur Menschen haben diese. Letztlich ist eigentlich immer nur die Frage wichtig: Welche Verantwortung habe ich? , da ich für den anderen hier nicht sprechen kann.

> 2. Was wäre der erste Schritt zur gemeinsamen Weltverantwortung der  Religionen?

2.) Auch diese Frage ist m.E. falsch gestellt. Aus der Begegnung spiritueller Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kann Einheit erwachsen, die sich dann auch ausbreiten kann.

> 3. Kann es überhaupt eine gemeinsame Weltverantwortung geben oder sollten  sich die Religionen aus den politischen, gesellschaftlichen, kulturellen  Fragen der Welt heraushalten?

3.) Sorry, aber wieder falsch gestellt. Natürlich sehe ich persönlich (und Sie wahrscheinlich auch) es als meine Verantwortung an, im Rahmen meiner Erkenntnis und Erfahrung auch in diese Welt zu wirken. Die gewählte Form ist dabei meine Entscheidung, ich habe z.B. ein Buch geschrieben. Verantwortung gibt es jedoch gerade auch im engsten Umfeld (Familie), im Beruf usw. Es geht dabei weniger um Worte, sondern um die Art und Weise, wie man lebt und handelt.

> 4.Ist der Glaube im Hinblick auf den Weltfrieden ein Störfaktor?

4.) Kommt drauf an. Spiritualität verbindet (die Mystiker aller Religionen verstehen sich), fundamentalistische, dogmatische Ideologie schafft Trennung, Spaltung und Kriege. In meinen Augen gibt es kaum etwas ekelhafteres als das arrogante, religiöse Ego (im NT wurden solche Leute als Pharisäer bezeichnet). Es tötet echte Spiritualität (die religiösen Leute haben letztlich die Kreuzigung Jesu verursacht).

> 5. Was könnte die Religionen Islam, Judentum und Christentum einander  näherbringen?

5.) Ich habe in meinem Buch versucht darzustellen, was die Fundamente einer nichtreligiösen (also nichtideologischen) Spiritualität sein können, festgemacht an den Aussagen des historischen Jesus (aber auch an den Aussagen von ein Kurs in Wundern, ein Buch, das ich für ähnlich interessant wie das Grabtuch halte). Es gibt also eine Spiritualität, die Einheit schafft, man muß jedoch viele religiöse Myhten und Dogmen über Bord werfen.

> 6. Was wird bzw. wurde von Ihrer Religion zur gemeinsamen Weltverantwortung > beigetragen?

6.) Kann ich nicht beantworten, da ich mich nicht zu einer Religion zugehörig erachte. Jesus selbst hat - glaube ich - den Weg gezeigt zur Überwindung der trennenden Religionen (durch Liebe). Leider wurde aus seiner Botschaft eine Religion gemacht.

> 7. Gibt es Ihrer Meinung nach Religionen die negativ zur Weltverantwortung beitragen?

7.) Nein, aber es gibt Menschen, die Glaubensgebäude benutzen, um Trennung zu schaffen, und die Menschheit einzuteilen in Gläubige und Ungläubige, in Gerettete und Verdammte und die mit ihrer Heilsbotschaft die Menschen mißbrauchen und unterdrücken.

> 8. Welche Religion hat Ihrer Meinung nach am meisten zur gemeinsamen Weltverantwortung beigetragen?

8.) Keine aber es gibt Menschen, die ...

> 9. Wie religiös sind die Religionen, wenn sie gegeneinander kämpfen? Und

> warum kämpfen/kämpften Religionen gegeneinander, anstatt sich zu vereinigen?

9.) Also Sie sollten Ihre Fragen wirklich anders formulieren. Es gibt Menschen, die Religionen benutzen, um ihr Ego zu stärken, was automatisch zu Vorstellungen von Trennung, Konflikten, sich angegriffen fühlen, verteidigen zu müssen (und das alles natürlich im Namen Gottes) führt. Religionen sind jedoch nur eine von vielen Formen, das zu tun. Das geht auch über Ideologien, Wirtschaft(sinteressen) usw.

> 10. Wäre eine Lösung für die Probleme dieser Welt (Religionskriege, Terrorismus...) die Abschaffung der Religionen?

10.) Der unerwachte Mensch braucht etwas, woran er sich festhalten kann, und was das Vakuum in ihm ausfüllt, da er sich SELBST (und damit seine Einheit mit "der einen Kraft", mit "Gott", wie immer man das bezeichnet, was man nicht in Worten fassen kann) noch nicht gefunden hat. Eine Abschaffung von Religionen geht erstens nicht (der Kommunismus hat's versucht) und würde auch nichts bringen, da das Vakuum sofort durch etwas anderes (vielleicht noch viel Schlimmeres) gefüllt werden würde.

 

Mit freundlichem Gruss 

Dr. Helmut Felzmann

  Antworten von Helmut Betsch

von Helmut Betsch am 18.Nov.2002 09:42

 
>1. Was ist die gemeinsame Weltverantwortung der Religionen?

Da die Religionen nicht von Gott, sondern von den Menschen gegründet wurden, sind sie den Menschen gegenüber verantwortlich, daß sie ihre Mitgliedern zu friedlichen Menschen erziehen.

>2. Was wäre der erste Schritt zur gemeinsamen Weltverantwortung der Religionen?

Daß sie friedlich miteinander umgehen und andersdenkende Menschen nicht ungerecht behandeln

>3. Kann es überhaupt eine gemeinsame Weltverantwortung geben oder sollten sich die Religionen aus den politischen, gesellschaftlichen, kulturellen Fragen der Welt heraushalten?

Jede Organisation sollte auf der Grundlage des friedlichen Miteinanders ihre Macht ausüben. Da die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen die Menschen betreffen, können sich die Religionen als ihre Vertreter nicht heraushalten.

>4.Ist der Glaube im Hinblick auf den Weltfrieden ein Störfaktor?

Das ist er nur dann, wenn er auf falschen Voraussetzungen fußt. Gott will nicht, daß Menschen zu einem Glauben genötigt, oder herabgesetzt werden

>5. Was könnte die Religionen Islam, Judentum und Christentum einander näherbringen?

Das Ende der Zivilisation und das aufhören aller Organisationen würde das möglich machen. Dann zählen nur noch die einzelnen Menschen und deren geistige Verbindung zu Gott

>6. Was wird bzw. wurde von Ihrer Religion zur gemeinsamen Weltverantwortung beigetra-gen?

Die Lehre, das Gott die Liebe ist, den wir Menschen mit allen unseren Kräften lieben sollen und daß wir unsere Nebenmenschen lieben sollen, wie uns selbst

>7. Gibt es Ihrer Meinung nach Religionen die negativ zur Weltverantwortung beitragen?

Das weiß nur Gott

>8. Welche Religion hat Ihrer Meinung nach am meisten zur gemeinsamen Weltverantwortung beigetragen?

Das weiß nur Gott

>9. Wie religiös sind die Religionen, wenn sie gegeneinander kämpfen? Und warum kämp-fen/kämpften Religionen gegeneinander, anstatt sich zu vereinigen?

Die Religionen bestehen aus unvollkommenen Menschen, die alle ihren freien Willen haben. Deshalb das Elend der Welt. Mit der Vollkommenheit der Menschen wird auch ihr Zusammenleben besser werden

>10. Wäre eine Lösung für die Probleme dieser Welt (Religionskriege, Terrorismus...) die Abschaffung der Religionen

Die gewaltsame Abschaffung der Religionen wäre gegen den freien Willen der Menschen. Das Problem löst sich aber von alleine, wenn die Erde durch die weiteren Fehlhandlungen der Menschen leck geworden sein wird. Bei den darauf folgenden Katastrophen wird die Zivilisation vernichtet.

Gruß Helmut

 


 

von zauberweib am 21.Nov.2002 07:44

relevant ist eigentlich nur 10.
eine angeordnete abschaffung der religionen ist weder sinnvoll noch machbar. dennoch schaffen sich die religionen selber ab, da sich immer weniger menschen für religion entscheiden. diese tatsache sollten die div. oberhäupter einfach akzeptieren. dass der trend wieder dahingeht, den glauben teil des lebens sein zu lassen, und kein religionsgestützes, fremdbestimmtes sonntagsvergnügen.

allesliebe
zauberweib

 

von Thor am 19.Nov.2002 11:21

1. Was ist die gemeinsame Weltverantwortung der Religionen?
>> sich aufzulösen
2. Was wäre der erste Schritt zur gemeinsamen Weltverantwortung der Religionen?
>> siehe Punkt 1
3. Kann es überhaupt eine gemeinsame Weltverantwortung geben oder sollten sich die Religionen aus den politischen, gesellschaftlichen, kulturellen Fragen der Welt heraushalten?
>> jepp, sollten sie
4.Ist der Glaube im Hinblick auf den Weltfrieden ein Störfaktor?
>> jepp, und ob er das ist
5. Was könnte die Religionen Islam, Judentum und Christentum einander näherbringen?
>> gar nichts, Menschen sind krank, das wird sich nie ändern
6. Was wird bzw. wurde von Ihrer Religion zur gemeinsamen Weltverantwortung beigetragen?
>> ich bin religionslos, Religionen sind für Schwächlinge
7. Gibt es Ihrer Meinung nach Religionen die negativ zur Weltverantwortung beitragen?
>> ja, allesamt... bis auf den Buddhismus und ein paar kleinere...
8. Welche Religion hat Ihrer Meinung nach am meisten zur gemeinsamen Weltverantwortung beigetragen?
>> Religionen haben bisher nur Scheisse gebaut und NULL Verantwortung getragen, wenn schon Buddhismus
9. Wie religiös sind die Religionen, wenn sie gegeneinander kämpfen? Und warum kämpfen/kämpften Religionen gegeneinander, anstatt sich zu vereinigen?
>> weil Religionen menschlich sind und Menschen sind krank
10. Wäre eine Lösung für die Probleme dieser Welt (Religionskriege, Terrorismus...) die Abschaffung der Religionen?
>> Eine Abschaffung wäre phänomenal, ist aber Utopie

 

 

 

Mein Kommentar:

Zum Verständnis der Religion überhaupt gehört natürlich zuerst die Definition des Begriffs „Religion“.

Wovon „Thor“ wohl ausgeht, müsste man darunter eher eine gemeinsame Eigenschaft von Menschen verstehen, so wie es die gemeinsamen Eigenschaften Angst, Hoffnung, Liebe, Hass, Neid u.s.w. gibt, wobei „Thor“ offensichtlich Religiosität als eine sehr negative Eigenschaft sieht.

Versteht man allerdings unter Religiosität und Religion eine jeweilige Konvention, mit der Religiosität als Eigenschaft umzugehen, wie sich z.B. aus der Eigenschaft, dem gemeinsamen Sprachvermögen des Menschen, die jeweiligen Sprachen entwickelten, dann ist es logisch, wenn man bestreitet, dass eine Religion als bloße jeweilige Konvention Verantwortung übernehmen kann, sowenig, wie eine Sprache für etwas Verantwortung übernehmen könnte.

Aber wie die Sprache ist auch die Religion nicht nur Konvention, sondern auch ein geographisches Phänomen bzw. eine geographische Entität. Und dieses ist bereits sehr kompliziert.

Eine der Grundeigenschaften aller Lebewesen, von der Bakterie bis zum Dinosaurier – und auch des Menschen – , ist die Identität als Entität, als Einheit nach innen und u.a. räumliche und zeitliche Ganzheit gegenüber Außen; die Triebe Existenzerhalt, Arterhalt und Geltung gehören bei den höheren Lebewesen sichtbar dazu.

Hierbei wird die Frage der möglichen Verantwortung und Verantwortlichkeit für das Ganze schon konkreter.

Wie das Tier – allein oder gemeinsam mit Gleichartigen - ein Revier absteckt, raubt, vergrößert, verändert, aufgibt, einfach ausbeutet oder organisatorisch hegt wie z.B. die Ameisen, um in dieser und durch diese Grundeigenschaft bestehen zu können, so hat sich seit jüngster Zeit auch die Menschheit geeinigt, Nationalgrenzen als solche Reviere festzulegen und gegenseitig zu respektieren, wobei die Grenzen wie die menschliche Haut immer zugleich auch die Verbindungen miteinander sind. Und hierbei berufen und begründen sich die einzelnen Nationen sowohl auf Sprache, Tradition und Konvention wie auch auf Religion. Und so problematisch es auch ist, wie sich jüngst in der Kossovofrage am Beispiel Serbiens gezeigt hat, von der Verantwortung einer ganzen Nation für das politische Verhalten ihrer jeweiligen Regierung zu sprechen, so kommt man bislang nicht umhin. So wie einst die meisten Deutschen „ihrem“ Hitler nachliefen wie die meisten Serben „ihrem“ Milosevic oder die Iraker „ihrem“ Hussein und dafür gemeinsam leiden mußten und müssen, weil man sie mit verantwortlich macht, so wäre es schlicht weltfremd, eine solche Verantwortlichkeit überhaupt zu bestreiten.

In den „Vereinten Nationen“ versucht man den politischen Aspekt solcher jeweiligen Verantwortlichkeit der einzelnen Nation gegenüber anderen oder allen und zugleich die Verantwortlichkeit aller Nationen für die einzelne zu realisieren. Natürlich bleibt dieses überall da auch weiterhin problematisch, wo sich eine Bevölkerung noch immer nicht ihre Regierung frei und demokratisch oder sonst wie wählen oder frei abwählen kann, wie dieses in moderneren Staaten inzwischen selbstverständlich ist.

Die Verantwortung einer Nation für die Religion und die Verantwortlichkeit einer Religion für die Nation gilt es unter diesem erweiterten Aspekt zu sehen, und ist keineswegs unrealistisch.

Seit Menschengedenken hat immer die Religion auch das Verhalten der mehr oder weniger politisch strukturierten Gemeinschaften mitbestimmt. Bei den Indianern der Medizinmann, bei den Afrikanern, Europäern und überall der Schamane, oder die jeweiligen Priester der jeweils angebeteten Götter, wie sich andererseits die Völker und Volksführer ihre Heiligen auswählten. Es wäre weltfremd, würde man bestreiten, dass die einst üblichen Menschenopfer weltweit auf die primitiven Religionen zuurückgehen und von diesen zu verantworten sind. Natürlich sind es, wie in der Politik, immer Menschen, die Priester sind, die einer Religion anhängen und die den Priestern gehorchen bzw. deren Argumenten in den Handlungen Raum geben.

In der Gegenwart sind die Vertreter der Religionen meist hochgebildete Personen - zumindest in den zivilisierteren Ländern, - die den ethischen Aspekt politischen Handelns in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellen. Für eine vernünftige Ausbildung und für die Möglichkeit zu einer solchen sollte der Staat und die Staatengemeinschaft Sorge tragen. Zu solchem ethischen Aspekt gehört auch die inzwischen selbstverständliche Einsicht, daß ein friedliches Miteinander, sowohl der Glaubensausübung wie des politischen Verhaltens, die Voraussetzung für ein gemeinsames menschenwürdiges Leben ist. Zu solcher Vorbildung gehört auch die Einsicht in das menschliche Denken und in seine Strukturen, Grenzen, Versuchungen und Schwächen, z.B. eine jeweilige Allgemeingültigkeit als Alleingültigkeit nicht politisch zu verstehen und durchsetzen zu wollen.

Friedhelm Schulz